Donidalorsen (1) – Dawnzera®

Hereditäres Angioödem, Prophylaxe, ≥ 12 Jahre

Steckbrief

Start des Verfahrens 01.03.2026 – Zulassung: 19.01.2026
Beschluss 20.08.2026
Wirkstoff Donidalorsen
Handelsname Dawnzera®
Pharm. Unternehmer Otsuka Pharma GmbH
G-BA Vorgangsnummer D-1284
ATC-Code B06AC09 Mittel zur Behandlung des Hereditären Angioödems (B06AC)
ICD-10 Codes (AIS) D84.1Defekte im Komplementsystem
Alpha-ID Codes (AIS) I1966Hereditäres Angioödem
Therapeutisches Gebiet Sonstiges
Grund des Verfahrens Erstbewertung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Dawnzera wird angewendet zur routinemäßigen Vorbeugung von wiederkehrenden Attacken des hereditären Angioödems (hereditary angioedema, HAE) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren.

Patientengruppe Indikation ZVT

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit wiederkehrenden Attacken des hereditären Angioödems mit Indikation der routinemäßigen Prophylaxe

Eine Routine-Prophylaxe mit C1-Esterase-Inhibitor oder Lanadelumab oder Berotralstat

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit wiederkehrenden Attacken des hereditären Angioödems mit Indikation der routinemäßigen Prophylaxe

  • eine Routine-Prophylaxe mit C1-Esterase-Inhibitor oder Lanadelumab oder Berotralstat

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit wiederkehrenden Attacken des hereditären Angioödems mit Indikation der routinemäßigen Prophylaxe

Eine Routine-Prophylaxe mit C1-Esterase-Inhibitor oder Lanadelumab oder Berotralstat

Studien und Ergebnisse

  • Klinische Studien
    • Die Studie OASIS-HAE ist eine doppelblinde, randomisierte Studie zum Vergleich von Donidalorsen in zwei unterschiedlichen Dosierungsintervallen (monatlich und alle 2 Monate) mit Placebo bei Personen ab 12 Jahren mit HAE Typ I oder HAE Typ II.
    • Die Studien APeX-2 und APeX-J sind doppelblinde, randomisierte Studien zu Berotralstat bei Personen ab 12 Jahren mit HAE Typ I oder Typ II.

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit wiederkehrenden Attacken des hereditären Angioödems mit Indikation der routinemäßigen Prophylaxe

  • Für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit wiederkehrenden Attacken des hereditären Angioödems mit Indikation der routinemäßigen Vorbeugung liegt ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen vor.
  • Da die Ergebnisse auf einem adjustierten indirekten Vergleich beruhen, ist die Aussagesicherheit insgesamt eingeschränkt. Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.
  • Mortalität
    • Die Ergebnisse zur Gesamtmortalität beruhen auf den Angaben zu tödlich verlaufenden unerwünschten Ereignissen (UE). In den Studien OASIS-HAE sowie APeX-2 und APeX-J traten jeweils keine Todesfälle auf.
  • Morbidität - HAE-Attacken
    • Das Auftreten von HAE-Attacken wurde in der Studie OASIS HAE über den tagebuchähnlichen Fragebogen Angioedema Activity Score (AAS) und in den Studien APeX-2 und APeX-J über Einträge in ein elektronisches Tagebuch durch die Patientinnen und Patienten erfasst.
    • Für den Endpunkt „monatliche Rate der HAE-Attacken“ zeigt sich im adjustierten indirekten Vergleich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Donidalorsen im Vergleich zu Berotralstat.
    • Für die Operationalisierung „Attackenfreiheit“, die den Anteil der Personen ohne HAE-Attacken während der Behandlungsphase definiert, ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Donidalorsen und Berotralstat.
  • Morbidität - Aktivitätsbeeinträchtigung (erhoben mittels WPAI)
    • Der patientenrelevante Endpunkt „Aktivitätsbeeinträchtigung“ wurde in der Studie OASIS-HAE mittels der Frage 10 des Work Productivity and Activity Impairment (WPAI) PLUS Classroom Impairment Questions: specific health problem (CIQ:SHP) und in den Studien APeX-2 und APeX-J mittels der Frage 6 des WPAI erhoben.
    • Es zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied für den Endpunkt Aktivitätsbeeinträchtigung.
  • Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D Visuelle Analogskala)
    • Der Gesundheitszustand wurde in den Studien mittels der visuellen Analogskala (VAS) des EQ-5D Fragebogens erhoben.
    • Für den Endpunkt Gesundheitszustand zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied.
  • Lebensqualität - Angioedema-Quality-of-Life (AE-QoL)
    • Der AE-QoL ist ein krankheitsspezifisches Instrument zur Erfassung der Lebensqualität von Erwachsenen mit wiederkehrenden Angioödemen.
    • Für den mittels AE-QoL erhobenen Endpunkt gesundheitsbezogene Lebensqualität ergibt sich für den AE-QoL Gesamtscore im adjustierten indirekten Vergleich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Donidalorsen im Vergleich zu Berotralstat. Allerdings liegt das 95 %-Konfidenzintervall der standardisierten Mittelwertdifferenz (SMD) nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs von - 0,2 bis 0,2, sodass sich nicht ableiten lässt, dass der Effekt klinisch relevant ist.
  • Nebenwirkungen - Schwerwiegende UE (SUE) und Abbruch wegen UE
    • Für die Endpunkte SUE und Abbruch wegen UE zeigt sich im adjustierten indirekten Vergleich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Donidalorsen und Berotralstat.
  • Nebenwirkungen - Schwere UE
    • Für den Endpunkt schwere UE liegt für die Studie OASIS-HAE keine geeignete Operationalisierung vor.
    • Für den Endpunkt schwere UE liegen somit für den adjustierten indirekten Vergleich von Donidalorsen gegenüber Berotralstat keine geeigneten Daten vor.
  • Gesamtbewertung
    • Für die Bewertung des Zusatznutzens von Donidalorsen zur Anwendung in der routinemäßigen Vorbeugung wiederkehrender Attacken des hereditären Angioödems (HAE) liegen Ergebnisse aus einem adjustierten indirekten Vergleich vor.
    • Es wurden ausschließlich Patientinnen und Patienten mit HAE Typ I und Typ II untersucht. Demnach lassen sich keine Aussagen zum Zusatznutzen bei Patientinnen und Patienten mit HAE Typ III ableiten.
    • In der Kategorie Mortalität traten in den betrachteten Studien keine Todesfälle auf.
    • In der Kategorie Morbidität wurden für den Endpunkt „HAE-Attacken“ alle bestätigten HAE-Attacken unabhängig vom Schweregrad und von der Lokalisation berücksichtigt. Für die Operationalisierung als „monatliche Rate der HAE-Attacken“ ergibt sich ein statistisch signifikanter Vorteil von Donidalorsen gegenüber Berotralstat. Für die weitere Operationalisierung „Attackenfreiheit“, die den Anteil der Personen ohne HAE-Attacken während der Behandlungsphase definiert, ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Donidalorsen und Berotralstat.
    • Für die weiteren Endpunkte in der Kategorie Morbidität „Aktivitätsbeeinträchtigung“ (erhoben mittels WPAI) und „Gesundheitszustand“ (erhoben mittels EQ-5D VAS) zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied.
    • In der Kategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität erhoben mit dem krankheitsspezifischen Angioedema-Quality-of-Life (AE-QoL) Fragebogen ergibt sich im adjustierten indirekten Vergleich kein klinisch relevanter Unterschied zwischen Donidalorsen und Berotralstat.
    • In der Kategorie Nebenwirkungen zeigt sich im adjustierten indirekten Vergleich für die Endpunkte SUE und Abbruch wegen UE jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Donidalorsen und Berotralstat.
    • Für Donidalorsen wird ein Vorteil in der Reduktion der monatlichen Rate der HAE-Attacken festgestellt. Es liegen keine Vorteile in weiteren Morbiditätsendpunkten, wie dem allgemeinen Gesundheitszustand oder der gesundheitsbezogenen Lebensqualität vor. In der Gesamtschau wird das Ausmaß des Zusatznutzens als gering eingestuft.

Zugehörige Verfahren

Donidalorsen (1) Dawnzera® Otsuka Pharma GmbH Sonstiges Hereditäres Angioödem, Prophylaxe, ≥ 12 Jahre 140–450 100% Anhaltspunkt für geringer Zusatznutzen


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