Crovalimab (1) – Piasky®
Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie, ≥ 12 Jahre, ≥ 40 kg
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 15.09.2024 – Zulassung: 24.08.2024 |
|---|---|
| Beschluss | 06.03.2025 |
| Wirkstoff | Crovalimab |
| Handelsname | Piasky® |
| Pharm. Unternehmer | Roche Pharma AG |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1102 |
| ATC-Code | n.d. |
| ICD-10 Codes (AIS) | D59.5Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (Marchiafava-Micheli) |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I118016PNH (Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie) |
| Therapeutisches Gebiet | Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
|
Piasky als Monotherapie wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen und pädiatrischen Patienten ab 12 Jahren mit einem Gewicht von mindestens 40 kg mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH): Bei Patienten mit Hämolyse mit klinischen Symptomen, die auf eine hohe Krankheitsaktivität hinweisen. Bei Patienten, die nach mindestens 6 Monaten Behandlung mit einem Inhibitor der Komplementkomponente 5 (C5) klinisch stabil sind. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Erwachsene und pädiatrische Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von ≥ 40 kg mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH) mit einer hohen Krankheitsaktivität, gekennzeichnet durch klinische Symptome einer Hämolyse | Eculizumab oder Ravulizumab |
| b) | Erwachsene und pädiatrische Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von ≥ 40 kg mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), die einen C5- Inhibitor seit ≥ 6 Monaten erhalten und klinisch stabil sind | Eculizumab oder Ravulizumab |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
1 (COMMODORE 1) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Krankheitsstadium |
- Klinische Studien
- Für den Nachweis des Zusatznutzens in der Patientengruppe a) hat der pharmazeutische Unternehmer die Ergebnisse der offenen, randomisiert kontrollierten Nichtunterlegenheitsstudie COMMODORE 2 zum Vergleich von Crovalimab mit Eculizumab vorgelegt.
- Für den Nachweis des Zusatznutzens in der Patientengruppe b) hat der pharmazeutische Unternehmer Ergebnisse der offenen, randomisierten Studie COMMODORE 1 vorgelegt.
a) Erwachsene und pädiatrische Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von ≥ 40 kg mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH) mit einer hohen Krankheitsaktivität, gekennzeichnet durch klinische Symptome einer Hämolyse
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- In der Gesamtschau ist der Zusatznutzen von Crovalimab gegenüber Eculizumab für die Behandlung von Erwachsenen und pädiatrischen Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von ≥ 40 kg mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie mit einer hohen Krankheitsaktivität, gekennzeichnet durch klinische Symptome einer Hämolyse, nicht belegt.
- Mortalität
- Das Gesamtüberleben wurde in der Studie COMMODORE 2 nicht als eigenständiger Endpunkt erhoben. Die Ergebnisse zum Endpunkt Gesamtüberleben basieren auf den Angaben zu tödlich verlaufenden UE. Es zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Transfusionsfreiheit
- Der Endpunkt Transfusionsfreiheit war in der Studie COMMODORE 2 definiert als der Anteil der Patientinnen und Patienten, die von Studienbeginn bis Woche 25 keine Transfusion mit Erythrozytenkonzentrat erhalten haben und die gemäß der im Protokoll spezifizierten Richtlinien keine Transfusion benötigt haben.
- Für den Endpunkt Transfusionsfreiheit zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Schwere unerwünschte vaskuläre Ereignisse (Major Adverse Vascular Event, MAVE)
- Für den Endpunkt MAVE zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Durchbruchhämolyse
- Der Endpunkt Durchbruchhämolyse wird daher in der vorgelegten Operationalisierung nicht als patientenrelevant angesehen, weshalb die vorliegenden Daten als nicht geeignet beurteilt werden, um Aussagen zu patientenrelevanten Effekten ableiten zu können.
- Morbidität - Fatigue (FACIT-Fatigue)
- In der vorgelegten Responderanalysen zur klinisch relevanten Verbesserung zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Allgemeiner Gesundheitszustand (EQ-5D Visuelle Analogskala)
- In der vorgelegten Responderanalyse zur klinisch relevanten Verbesserung zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Symptomatik (EORTC Item List 40; Patient Global Impression of Severity Survey)
- Die isolierte Verwendung einer Itemliste ohne die Erhebung des Kernfragebogens ist nicht sachgerecht. Die Itemliste EORTC IL40 wird daher nicht für die vorliegende Bewertung herangezogen.
- Lebensqualität - EORTC QLQ-C30
- Die Fragebögen der EORTC sind gemäß Manual grundsätzlich in Gänze mit allen Skalen validiert und demzufolge auch vollständig zu erheben und darzustellen. Die vorgelegten Skalen bilden die gesundheitsbezogene Lebensqualität somit nicht vollständig ab und sind für die Bewertung des Zusatznutzens von Crovalimab nicht geeignet.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- UE traten bei ca. 77,8% der Patientinnen und Patienten im Interventionsarm und bei ca. 79,7% der Patientinnen und Patienten im Kontrollarm auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende UE (SUE), schwere UE und Therapieabbrüche aufgrund von UE
- Bei den Endpunkten SUE, schwere UE und Therapieabbrüche aufgrund von UE zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
- Gesamtbewertung
- Hinsichtlich der patientenrelevanten Endpunkte der Kategorien Mortalität, Morbidität und Nebenwirkungen zeigten sich weder Vor- noch Nachteile für Crovalimab gegenüber Eculizumab.
- Für die Bewertung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden keine geeigneten Daten vorgelegt.
- In der Gesamtschau liegen somit weder positive noch negative Effekte von Crovalimab im Vergleich zu Eculizumab vor, sodass insgesamt für Crovalimab zur Behandlung von Erwachsenen und pädiatrische Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von ≥ 40 kg mit PNH mit einer hohen Krankheitsaktivität, gekennzeichnet durch klinische Symptome einer Hämolyse, ein Zusatznutzen nicht belegt ist.
b) Erwachsene und pädiatrische Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von ≥ 40 kg mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), die einen C5- Inhibitor seit ≥ 6 Monaten erhalten und klinisch stabil sind
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- In der Gesamtschau ergibt sich in einer Abwägungsentscheidung, dass der Zusatznutzen von Crovalimab gegenüber Eculizumab für die Behandlung von Erwachsenen und pädiatrischen Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von ≥ 40 kg mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), die einen C5- Inhibitor seit ≥ 6 Monaten erhalten und klinisch stabil sind, nicht belegt ist.
- Mortalität
- In der Studie COMMODORE 1 traten während der 24-wöchigen primären Behandlungsphase keine Todesfälle auf. Aus den vorliegenden Daten ergibt sich somit kein relevanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Transfusionsfreiheit
- In der Studie COMMODORE 1 zeigt sich hinsichtlich der Transfusionsfreiheit kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Schwere unerwünschte vaskuläre Ereignisse (Major Adverse Vascular Event, MAVE)
- Für den Endpunkt MAVE zeigt sich in der Studie COMMODORE 1 kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Morbidität - Durchbruchhämolyse
- Der Endpunkt Durchbruchhämolyse wird in der vorgelegten Operationalisierung aus den oben genannten Gründen nicht als patientenrelevant angesehen, weshalb die vorliegenden Daten als nicht geeignet beurteilt werden, um Aussagen zu patientenrelevanten Effekten ableiten zu können.
- Morbidität - Fatigue (FACIT-Fatigue)
- Der Endpunkt Fatigue wurde in der Studie COMMODORE 1 anhand des Functional Assessment of Chronic Illness Therapy (FACIT)-Fatigue erhoben. Es zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil von Crovalimab gegenüber Eculizumab.
- Das Verzerrungspotenzial der patientenberichteten Endpunkte wird aufgrund des offenen Studiendesigns als hoch bewertet.
- Morbidität - Allgemeiner Gesundheitszustand (EQ-5D VAS)
- In der vorgelegten Responderanalyse zur klinisch relevanten Verbesserung zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Symptomatik (EORTC IL40)
- Die Itemliste EORTC IL40 wird aus den oben genannten Gründen für die Bewertung des Zusatznutzens von Crovalimab nicht herangezogen.
- Lebensqualität - EORTC QLQ-C30
- Die Lebensqualität wurde in der Studie COMMODORE 1 anhand der Skalen körperliche Funktion, Rollenfunktion und globaler Gesundheitsstatus / Lebensqualität aus dem EORTC QLQ-C30 erhoben. Die vorgelegten Daten sind aus den oben genannten Gründen für die Bewertung des Zusatznutzens von Crovalimab nicht geeignet.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- UE traten bei ca. 79,5% der Patientinnen und Patienten im Interventionsarm und bei ca. 66,7% der Patientinnen und Patienten im Kontrollarm auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende UE (SUE)
- Für den Endpunkt SUEs zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Schwere UE
- Für den Endpunkt schwere UE zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Crovalimab.
- Nebenwirkungen - Therapieabbrüche aufgrund von UE
- In der Studie COMMODORE 1 traten keine Therapieabbrüche aufgrund von UE auf.
- Gesamtbewertung
- In der Studie COMMODORE 1 traten keine Todesfälle auf, sodass hinsichtlich des Endpunktes Mortalität kein Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen beobachtet wurde.
- Hinsichtlich der Endpunktkategorie Morbidität zeigte sich für den Endpunkt Fatigue, erhoben mittels FACIT-Fatigue, ein Vorteil von Crovalimab im Vergleich zu Eculizumab. Das Verzerrungspotenzial der patientenberichteten Endpunkte wird aufgrund des offenen Studiendesigns als hoch bewertet.
- Für die weiteren patientenrelevanten Endpunkte der Kategorie Morbidität (Transfusionsfreiheit, MAVE und Allgemeiner Gesundheitszustand, erhoben mittels EQ-5D VAS) zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
- Für die Bewertung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden keine geeigneten Daten vorgelegt.
- Hinsichtlich der Nebenwirkungen zeigt sich für Crovalimab gegenüber Eculizumab ein Nachteil im Endpunkt schwere UE.
- In der Gesamtbetrachtung steht einem Vorteil von Crovalimab im Endpunkt Fatigue ein Nachteil im Endpunkt schwere UE gegenüber.
- In einer Abwägungsentscheidung stellt der G-BA fest, dass für Crovalimab zur Behandlung von Erwachsenen und pädiatrischen Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von ≥ 40 kg mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie, die einen C5-Inhibitor seit ≥ 6 Monaten erhalten und klinisch stabil sind, ein Zusatznutzen gegenüber Eculizumab nicht belegt ist.
Zugehörige Verfahren
| Crovalimab (1) | Piasky® | Roche Pharma AG | Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie, ≥ 12 Jahre, ≥ 40 kg | 260–749 | 100% Zusatznutzen nicht belegt |
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