Capivasertib (1) – Truqap®
Mammakarzinom, ER+, HER2-, PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Vortherapie, Kombination mit Fulvestrant
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.10.2024 – Zulassung: 17.06.2024 |
|---|---|
| Beschluss | 03.04.2025 |
| Wirkstoff | Capivasertib |
| Handelsname | Truqap® |
| Pharm. Unternehmer | AstraZeneca GmbH |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1110 |
| ATC-Code | n.d. |
| ICD-10 Codes (AIS) | C50.0Bösartige Neubildung: Brustwarze und Warzenhof, C50.1Bösartige Neubildung: Zentraler Drüsenkörper der Brustdrüse, C50.2Bösartige Neubildung: Oberer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.3Bösartige Neubildung: Unterer innerer Quadrant der Brustdrüse, C50.4Bösartige Neubildung: Oberer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.5Bösartige Neubildung: Unterer äußerer Quadrant der Brustdrüse, C50.6Bösartige Neubildung: Recessus axillaris der Brustdrüse, C50.8Bösartige Neubildung: Brustdrüse, mehrere Teilbereiche überlappend, C50.9Bösartige Neubildung: Brustdrüse, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I102868Bösartige Neubildung der äußeren 2 Quadranten der Brustdrüse, I102970Bösartige Neubildung des oberen inneren Quadranten der Brustdrüse, I102971Bösartige Neubildung des unteren inneren Quadranten der Brustdrüse, I102972Bösartige Neubildung des oberen äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102973Bösartige Neubildung des unteren äußeren Quadranten der Brustdrüse, I102998Bösartige Neubildung des zentralen Drüsenkörpers der Brustdrüse, I102999Bösartige Neubildung des Recessus axillaris der Brustdrüse, I111628Bösartige Neubildung der Brustwarze und des Warzenhofes, I18060Metastasierendes Mammakarzinom |
| Therapeutisches Gebiet | Onkologische Erkrankungen Mammakarzinom / Brustkrebs (BC) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant ist indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Östrogenrezeptor(ER)-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit einer oder mehreren PIK3CA/AKT1/PTEN-Alterationen nach Rezidiv oder Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie. Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte TRUQAP plus Fulvestrant mit einem Luteinisierungshormon-Releasinghormon(LHRH)-Agonisten kombiniert werden. Bei Männern sollte die Anwendung eines LHRH-Agonisten gemäß aktueller klinischer Standardpraxis in Betracht gezogen werden. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a1) | Frauen mit Östrogenrezeptor(ER)-positivem, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Wiederauftreten der Erkrankung während oder nach einer (neo-)adjuvanten endokrinen Therapie, bisher keine Behandlung im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium | -Tamoxifen (nur für prämenopausale Patientinnen, die in der vorausgegangenen (neo-)adjuvanten endokrinen Therapie kein Tamoxifen erhalten haben; nur für postmenopausale Patientinnen, wenn Aromatasehemmer nicht geeignet sind) oder -Letrozol oder -Exemestan (nur für Patientinnen mit Progress nach einer Antiöstrogen-Behandlung) oder - Anastrozol oder -Fulvestrant oder -Ribociclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer (Anastrozol, Letrozol) oder-Abemaciclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer (Anastrozol, Letrozol) oder -Palbociclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer (Anastrozol, Letrozol) oder -Ribociclib in Kombination mit Fulvestrant oder -Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant oder -Palbociclib in Kombination mit Fulvestrant |
| a2) | Männer mit Östrogenrezeptor(ER)-positivem, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Wiederauftreten der Erkrankung während oder nach einer (neo-)adjuvanten endokrinen Therapie, bisher keine Behandlung im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium | -Tamoxifen oder-Palbociclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer (Anastrozol, Letrozol) |
| b1) | Frauen mit Östrogenrezeptor(ER)-positivem, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte | Individualisierte Therapie unter Berücksichtigung eines Wechsels der endokrinen Therapie auf -Tamoxifen-Letrozol-Exemestan -Anastrozol-Fulvestrant -Everolimus in Kombination mit Exemestan (nur für Patientinnen ohne symptomatische viszerale Metastasierung, nachdem es zu einer Progression nach einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer gekommen ist)-Ribociclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer (Anastrozol, Letrozol)-Abemaciclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer (Anastrozol, Letrozol)-Palbociclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer (Anastrozol, Letrozol)-Ribociclib in Kombination mit Fulvestrant-Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant-Palbociclib in Kombination mit Fulvestrant |
| b2) | Männer mit Östrogenrezeptor(ER)-positivem, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte | Individualisierte Therapie unter Berücksichtigung eines Wechsels der endokrinen Therapie auf -Tamoxifen-Aromatasehemmer in Kombination mit einem GnRH-Analogon-Fulvestrant-Palbociclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer (Anastrozol, Letrozol) |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
2 (CAPItello 291, FAKTION) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. ZVT |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
ja |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Vorbehandlung, Alter |
- Klinische Studien
- Die Studie CAPItello-291 ist eine laufende, multizentrische, randomisierte, kontrollierte (RCT) Phase III Studie in der Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant gegenüber Placebo in Kombination mit Fulvestrant verglichen wird.
- Die noch laufende Studie FAKTION ist eine 2-teilige Studie mit einer initialen Dosiseskalationsphase und einer anschließenden doppelblinden, multizentrischen Phase II -Studie. Im Rahmen der Nutzenbewertung wird der randomisierte Teil der Studie herangezogen, in dem Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant gegenüber Placebo in Kombination mit Fulvestrant verglichen wurde.
a1) Frauen mit Östrogenrezeptor(ER)-positivem, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Wiederauftreten der Erkrankung während oder nach einer (neo-)adjuvanten endokrinen Therapie, bisher keine Behandlung im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Mortalität
- Für das Gesamtüberleben zeigte sich in der Studie CAPItello-291 für Patientinnen kein statistisch signifikanter Unterschied. Das mediane Überleben wurde aufgrund der geringen Anzahl an Ereignissen noch nicht erreicht.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben
- Für das PFS zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant im Vergleich zu Fulvestrant.
- In der vorliegenden Bewertung werden die Ergebnisse zum Endpunkt PFS nicht herangezogen.
- Morbidität - Symptomatik (EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23)
- Für den Endpunkt Diarrhö zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant im Vergleich zu Fulvestrant.
- Für die weiteren Symptome Fatigue, Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Dyspnoe, Schlaflosigkeit, Appetitverlust und Verstopfung, erhoben mittels EORTC QLQ-C30, sowie die Nebenwirkungen der systemischen Therapie, Symptome im Brustbereich und Symptome im Armbereich, erhoben mittels EORTC QLQ-BR23, liegen keine Unterschiede vor.
- Für das Symptom Belastung durch Haarausfall sind keine geeigneten Daten vorhanden.
- Morbidität - Symptomatik (PGIS)
- Für den Endpunkt Symptomatik, erhoben mittels PGIS, liegen keine geeigneten Daten vor.
- Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D, Visuelle Analogskala)
- Für den mittels EQ-5D VAS erhobenen Gesundheitszustand zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
- Morbidität - Gesundheitszustand (PGIC)
- Für den Endpunkt Gesundheitszustand, erhoben mittels PGIC, liegen keine geeigneten Daten vor.
- Morbidität
- In der Endpunktkategorie Morbidität wird aufgrund des negativen Effektes für den Endpunkt Diarrhö ein Nachteil festgestellt.
- Lebensqualität (EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23)
- Für die Skalen globaler Gesundheitsstatus, körperliche Funktion, Rollenfunktion, emotionale Funktion, kognitive Funktion und soziale Funktion, erhoben mittels EORTC QLQ-C30, sowie die Skalen Körperbild, sexuelle Aktivität und Zukunftsperspektive, erhoben mittels EORTC QLQ-BR23, zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied.
- Für die Skala Freude an Sex, erhoben mittels EORTC QLQ-BR23, liegen keine geeigneten Daten vor, da bei 81 % bzw. 93 % der Patientinnen kein Baseline- oder Postbaselinescore vorlag.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- In der Studie CAPItello-291 traten im Capivasertib-Arm bei allen Patientinnen und im Kontroll-Arm bei 80% der Patientinnen ein UE auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende UE (SUE) und schwere UE
- Für die Endpunkte SUE und schwere UE zeigen sich jeweils keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Abbruch wegen UEs und PRO-CTCAE
- Es liegen keine Informationen vor, ob es sich bei einem Abbruch wegen UE um den Abbruch mindestens eines oder aller Wirkstoffe(s) handelt. Da keine Angaben zu Abbrüchen getrennt nach Wirkstoffen vorliegen, sind die Ergebnisse für die Nutzenbewertung nicht geeignet.
- Der Fragebogen PRO-CTCAE wird aufgrund des intransparenten Auswahlprozesses und der nicht nachvollziehbaren Auswahl der Items zur Abbildung der symptomatischen UEs von Capivasertib und Fulvestrant nicht herangezogen.
- Nebenwirkungen - Spezifische UE (Diarrhö, Ausschlag - makulo-papulös, Stomatitis, Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts)
- Für die Endpunkte Diarrhö, Ausschlag makulo-papulös und Stomatitis sowie für den Endpunkt Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts zeigt sich jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Nachteil von Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant.
- Gesamtbewertung
- In der Gesamtbetrachtung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant zur Behandlung von Patientinnen mit ER-positiven, HER2-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Wiederauftreten der Erkrankung während oder nach einer (neo-)adjuvanten endokrinen Therapie und die bisher keine Behandlung im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erhalten haben, ein Zusatznutzen gegenüber Placebo in Kombination mit Fulvestrant nicht belegt ist.
a2) Männer mit Östrogenrezeptor(ER)-positivem, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Wiederauftreten der Erkrankung während oder nach einer (neo-)adjuvanten endokrinen Therapie, bisher keine Behandlung im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Für die Bewertung des Zusatznutzens von Capivasertib im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie legt der pharmazeutischen Unternehmer keine Daten vor.
- Gesamtbewertung
- Daher gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant bei Männern mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), ER-positiven, HER2-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom und einem Wiederauftreten der Erkrankung während oder nach einer (neo-)adjuvanten endokrinen Therapie, die bisher keine Behandlung im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erhalten haben, ein Zusatznutzen gegenüber Placebo in Kombination mit Fulvestrant nicht belegt ist.
b1) Frauen mit Östrogenrezeptor(ER)-positivem, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte
- Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.
- Mortalität
- Im Rahmen der metaanalytischen Auswertung zeigt sich für den Endpunkt Gesamtüberleben ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen zum Vorteil von Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant. Das Ausmaß der erzielten Verlängerung im Gesamtüberleben wird als eine deutliche Verbesserung gewertet.
- Morbidität - Progressionsfreies Überleben
- Für das PFS zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil für Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant.
- Morbidität - Symptomatik (EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23)
- Für das Symptom Verstopfung zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant.
- Für die Symptome Appetitverlust, Diarrhö sowie Übelkeit und Erbrechen zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant im Vergleich zu Fulvestrant.
- Für die weiteren Symptome Fatigue, Schmerzen sowie Dyspnoe und Schlaflosigkeit, erhoben mittels EORTC QLQ-C30 sowie Nebenwirkungen der systemischen Therapie, Symptome im Brustbereich und Symptome im Armbereich, erhoben mittels EORTC QLQ-BR23, wurden weder Vor- noch Nachteile festgestellt.
- Für das Symptom Belastung durch Haarausfall liegen keine geeigneten Daten vor.
- Morbidität - Symptomatik (PGIS)
- Für den Endpunkt Symptomatik, erhoben mittels PGIS, liegen keine geeigneten Daten vor.
- Morbidität - Gesundheitszustand (EQ-5D, Visuelle Analogskala)
- Zwischen den Behandlungsarmen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied für den Gesundheitszustand.
- Morbidität - Gesundheitszustand (PGIC)
- Für den Endpunkt Gesundheitszustand, erhoben mittels PGIC, liegen keine geeigneten Daten vor.
- Morbidität
- In der Endpunktkategorie Morbidität wird aufgrund der negativen Effekte insgesamt ein Nachteil festgestellt.
- Lebensqualität (EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-BR23)
- Für den Endpunkt soziale Funktion zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Nachteil von Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant.
- Für die Skalen globaler Gesundheitsstatus, körperliche Funktion, Rollenfunktion, emotionale Funktion, kognitive Funktion, erhoben mittels EORTC QLQ-C30, sowie die Skalen Körperbild, sexuelle Aktivität und Zukunftsperspektive, erhoben mittels EORTC QLQ-BR23, zeigt sich jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied.
- Für die Skala Freude an Sex, erhoben mittels EORTC QLQ-BR23, liegen keine geeigneten Daten vor, da bei 83 % bzw. 81 % der Patientinnen kein Baseline- oder Postbaselinescore vorlag.
- Nebenwirkungen - Unerwünschte Ereignisse (UE) gesamt
- In der Studie CAPItello-291 traten im Capivasertib-Arm bei nahezu allen Patientinnen und im Kontroll-Arm bei 85% der Patientinnen ein UE auf. Die Ergebnisse werden nur ergänzend dargestellt.
- Nebenwirkungen - Schwerwiegende UE (SUE)
- Für den Endpunkt SUE zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
- Nebenwirkungen - Schwere UE
- Hinsichtlich der schweren UE liegt ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Nachteil von Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant vor.
- Nebenwirkungen - Abbruch wegen UEs und PRO-CTCAE
- Es liegen keine Informationen vor, ob es sich bei einem Abbruch wegen UE um den Abbruch mindestens eines oder aller Wirkstoffe(s) handelt. Da keine Angaben zu Abbrüchen getrennt nach Wirkstoffen vorliegen, sind die Ergebnisse für die Nutzenbewertung nicht geeignet.
- Der Fragebogen PRO-CTCAE wird aufgrund des intransparenten Auswahlprozesses und der nicht nachvollziehbaren Auswahl der Items zur Abbildung der symptomatischen UEs von Capivasertib und Fulvestrant nicht herangezogen.
- Nebenwirkungen - Spezifische UE (Diarrhö, Ausschlag makulo-papulös, Stomatitis, Übelkeit)
- Für die Endpunkte Diarrhö, Ausschlag makulo-papulös, Stomatitis und Übelkeit liegt jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant vor.
- Nebenwirkungen
- Bezüglich der Nebenwirkungen liegt insgesamt ein Nachteil für Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant vor.
- Gesamtbewertung
- In der Gesamtbetrachtung stehen dem positiven Effekt im Gesamtüberleben negative Effekte in den Endpunktkategorien Morbidität und Nebenwirkungen gegenüber. In der Abwägung werden die Nachteile insgesamt dahingehend beurteilt, dass diese das Ausmaß des Zusatznutzens aufgrund der deutlichen Verbesserung des Gesamtüberleben nicht infrage stellen.
- Der G-BA gelangt zu dem Ergebnis, dass für Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant zur Behandlung von Frauen mit ER-positiven, HER2-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte, ein beträchtlicher Zusatznutzen gegenüber Fulvestrant vorliegt.
- Aussagesicherheit (Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens)
- Zusammenfassend leitet der G-BA hinsichtlich der Aussagekraft einen Hinweis für den festgestellten Zusatznutzen ab.
b2) Männer mit Östrogenrezeptor(ER)-positivem, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte
- Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
- Für einen direkten Vergleich von Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie kann grundsätzlich die Studie CAPItello-291 berücksichtigt werden. In die Studie wurden allerdings lediglich 2 Männer im Interventionsarm der globalen Kohorte eingeschlossen, sodass auf Basis dieser Evidenz keine Aussagen zu einem Zusatznutzen möglich sind.
- Gesamtbewertung
- Daher gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass für Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant zur Behandlung von Männern mit ER-positiven, HER2-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte, ein Zusatznutzen gegenüber Placebo in Kombination mit Fulvestrant nicht belegt ist.
Zugehörige Verfahren
| Capivasertib (1) | Truqap® | AstraZeneca GmbH | Mammakarzinom, ER+, HER2-, PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Vortherapie, Kombination mit Fulvestrant | 491–26.745 | 70% Hinweis auf beträchtlicher Zusatznutzen |
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