Beremagen geperpavec (1) – Vyjuvek®

Wundbehandlung bei dystropher Epidermolysis bullosa, alle Altersgruppen

Steckbrief

Start des Verfahrens 15.08.2025 – Zulassung: 23.04.2025
Beschluss 19.02.2026
Wirkstoff Beremagen geperpavec
Handelsname Vyjuvek®
Pharm. Unternehmer Krystal Biotech
G-BA Vorgangsnummer D-1229
ATC-Code D03AX16 Andere Wundbehandlungsmittel (D03AX)
ICD-10 Codes (AIS) Q81.2Epidermolysis bullosa dystrophica
Alpha-ID Codes (AIS) I119993Dystrophe Epidermolysis bullosa
ORPHAcodes (AIS) 303Dystrophe Epidermolysis bullosa
Therapeutisches Gebiet Hauterkrankungen Orphan
Grund des Verfahrens Erstbewertung

Anwendungsgebiet des Beschlusses

Vyjuvek wird angewendet zur Wundbehandlung bei Patienten ab der Geburt mit dystropher Epidermolysis bullosa (DEB) mit Mutation(en) im Gen für die Alpha-1-Kette von Kollagen Typ VII (COL7A1).

Patientengruppe Indikation ZVT
Patientinnen und Patienten mit Wunden aufgrund dystropher Epidermolysis bullosa (DEB) mit Mutation im Gen für die Alpha-1-Kette von Kollagen Typ VII (COL7A1) – (Orphan Drug)

Studien und Ergebnisse

  • Klinische Studien
    • Für die Nutzenbewertung von Beremagen geperpavec zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Wunden aufgrund dystropher Epidermolysis bullosa (DEB) mit Mutation im Gen für die Alpha-1-Kette von Kollagen Typ VII (COL7A1) legt der pharmazeutische Unternehmer Ergebnisse der pivotalen, multizentrischen, Placebo-kontrollierten, doppelblinden Phase-III-Studie GEM-3 sowie der einarmigen Open-Label-Extension-Studie (OLE) B-VEC-EX-02 vor.

Patientinnen und Patienten mit Wunden aufgrund dystropher Epidermolysis bullosa (DEB) mit Mutation im Gen für die Alpha-1-Kette von Kollagen Typ VII (COL7A1)

  • Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • Für Beremagen geperpavec zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Wunden aufgrund dystropher Epidermolysis bullosa mit Mutation im Gen für die Alpha-1-Kette von Kollagen Typ VII wird ein nicht quantifizierbarer Zusatznutzen festgestellt, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt.
  • Mortalität
    • Todesfälle wurden in beiden Studien im Rahmen der Sicherheitserhebung erfasst. Sowohl in der Studie GEM-3 als auch in der Studie B-VEC-EX-02 traten keine Todesfälle auf.
  • Morbidität - vollständiger Wundverschluss
    • Der Endpunkt vollständiger Wundverschluss war in der Studie GEM-3 prädefiniert als Anteil an Primärwunden mit bestätigtem, vollständigen Wundverschluss von Baseline bis zu Monat 6 sowie als Anteil an Primärwunden mit bestätigtem, vollständigen Wundverschluss von Baseline bis zu Monat 3.
    • Für den Endpunkt vollständiger Wundverschluss zeigt sich in der Erhebung zu Monat 3, zu Monat 6 sowie zu Monat 3 und 6 jeweils ein statistisch signifikanter Vorteil von Beremagen geperpavec gegenüber Placebo.
    • Die gezeigten Unterschiede im Endpunkt vollständiger Wundverschluss weisen auf einen deutlich ausgeprägten Effekt zugunsten einer Behandlung mit Beremagen geperpavec gegenüber einer Placebo-Kontrolle hin, der trotz des Split-Body-Designs nicht infrage gestellt wird.
  • Morbidität - Schmerzen beim Verbandswechsel
    • Der Endpunkt Schmerz wird im Anwendungsgebiet Epidermolysis bullosa grundsätzlich als patientenrelevant angesehen.
    • Im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens wurden weitere Informationen zur Erhebung der Schmerzen beim Verbandswechsel nachgereicht. Auch wenn die Erhebung für die Intervention und Kontrolle nacheinander erfolgte, kann aufgrund des systemisch erlebten Ereignis Schmerz keine differenzierte Beurteilung bezüglich Intervention und Kontrolle vorgenommen werden. Das Kriterium der lokalen Messbarkeit ist somit nicht erfüllt und eine valide Erhebung aufgrund des Split-Body-Designs nicht möglich.
    • Insgesamt werden die Ergebnisse für den Endpunkt Schmerzen beim Verbandwechsel daher nur ergänzend dargestellt.
  • Morbidität - Symptome mittels Skindex-29
    • Die mittels Skindex-29 erhobene Domäne „Symptome“ ist patientenrelevant.
    • Die Erhebung der Symptome mittels Skindex-29 bezieht sich auf den Gesamtzustand einer Person und kann aufgrund des Split-Body-Designs nicht der Intervention mit Beremagen geperpavec bzw. der Placebo-Kontrolle zugeordnet werden. Eine vergleichende Aussage ist für diesen Endpunkt daher nicht möglich.
    • Aufgrund der Unklarheiten in der Validität des Fragebogens für nicht-erwachsene Patientinnen und Patienten und des Split-Body-Designs werden die Ergebnisse des Skindex-29 nur ergänzend dargestellt.
  • Morbidität - Allgemeiner Gesundheitszustand
    • Der allgemeine Gesundheitszustand wurde in den Studien GEM-3 und B-VEC-EX-02 mittels „European Quality of Life 5-Dimension 5-Level“ (EQ-5D-5L) erhoben.
    • Das Ergebnis der EQ-5D-VAS bezieht sich auf den Gesamtzustand einer Person und kann aufgrund des Split-Body-Designs nicht der Intervention mit Beremagen geperpavec bzw. der Placebo-Kontrolle zugeordnet werden. Eine vergleichende Auswertung ist für diesen Endpunkt daher vorliegend nicht möglich.
  • Lebensqualität
    • In der Studie GEM-3 wurde die gesundheitsbezogene Lebensqualität mittels des Fragebogens Skindex-29 erhoben. Wie oben beschrieben werden die Domänen „Emotion“ und „Funktion“ der Endpunktkategorie gesundheitsbezogene Lebensqualität zugeordnet. Die mittels Skindex-29 erhobenen Domänen „Emotion“ und „Funktion“ sind patientenrelevant.
    • Wie bereits ausgeführt ist aufgrund der Unklarheiten in der Validität des Fragebogens für nicht-erwachsene Patientinnen und Patienten sowie des Split-Body-Designs eine vergleichende Aussage für diesen Endpunkt nicht möglich. Die Ergebnisse des Skindex-29 werden daher nur ergänzend dargestellt.
  • Nebenwirkungen
    • Unerwünschte Ereignisse (UE) wurden in der Studie GEM-3 definiert als jedes nachteilige Vorkommnis, das bei einer Person aufgetreten ist, die die Studienmedikation bekommen hat.
  • Gesamtbewertung
    • Für die Nutzenbewertung von Beremagen geperpavec zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Wunden aufgrund dystropher Epidermolysis bullosa mit Mutation im Gen für die Alpha-1-Kette von Kollagen Typ VII liegen Ergebnisse der Placebo-kontrollierten Studie GEM-3 und der Open-Lable-Extensionsstudie B-VEC-EX-02 vor.
    • Die Placebo-kontrollierte Studie GEM-3 wurde in einem Split-Body-Design durchgeführt. Die Teilnehmenden der Studie hatten jeweils zwei vergleichbare, kutane Wunden: Eine dieser Wunden wurde mit der Intervention Beremagen geperpavec behandelt, die andere Wunde diente als Kontrolle und erhielt ein Placebo. Aufgrund des Split-Body-Designs beziehen sich die vorgelegten Ergebnisse auf den Gesamtzustand einer Person und können – ausgenommen des Endpunktes „vollständiger Wundverschluss“ – nicht differenziert der Intervention mit Beremagen geperpavec bzw. der Placebo-Kontrolle zugeordnet werden. Das Studiendesign erlaubt somit für die Endpunktkategorien Mortalität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen keine vergleichenden Aussagen zwischen der Intervention und der Kontrolle.
    • Für den Endpunkt vollständiger Wundverschluss zeigt sich in der Erhebung zu Monat 3, zu Monat 6 sowie zu Monat 3 und 6 jeweils ein statistisch signifikanter Vorteil von Beremagen geperpavec gegenüber Placebo. Die gezeigten Unterschiede im Endpunkt vollständiger Wundverschluss weisen auf einen deutlich ausgeprägten Effekt zugunsten einer Behandlung mit Beremagen geperpavec hin, der trotz des Split-Body-Designs nicht infrage gestellt wird.
    • In der Gesamtschau zeigt sich somit für den Endpunkt vollständiger Wundverschluss zwar ein statistisch signifikanter Vorteil für den Wirkstoff Beremagen geperpavec gegenüber Placebo. Aufgrund des Studiendesigns ist jedoch eine Nutzen-Schaden-Abwägung auf Basis der vorgelegten Daten nicht möglich. Die vorgelegten Daten sind daher insgesamt nicht geeignet, das Ausmaß des Zusatznutzens zu quantifizieren.

Zugehörige Verfahren

Beremagen geperpavec (1) Vyjuvek® Krystal Biotech Hauterkrankungen Wundbehandlung bei dystropher Epidermolysis bullosa, alle Altersgruppen 240–900 100% Anhaltspunkt für nicht-quantifizierbarer Zusatznutzen Orphan


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