Atogepant (1) – Aquipta®
Migräne-Prophylaxe
Steckbrief
| Start des Verfahrens | 01.03.2025 – Zulassung: 11.08.2023 |
|---|---|
| Beschluss | 21.08.2025 |
| Wirkstoff | Atogepant |
| Handelsname | Aquipta® |
| Pharm. Unternehmer | AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG |
| G-BA Vorgangsnummer | D-1158 |
| ATC-Code | N02CD07 CGRP-Antagonisten (N02CD) |
| ICD-10 Codes (AIS) | G43.0Migräne ohne Aura (Gewöhnliche Migräne), G43.1Migräne mit Aura (Klassische Migräne), G43.3Komplizierte Migräne, G43.8Sonstige Migräne, G43.9Migräne, nicht näher bezeichnet |
| Alpha-ID Codes (AIS) | I18412Migräne, I3593Migräne ohne Aura, I3596Migräne mit Aura, I3602Komplizierte Migräne, I3604Chronische Migräne |
| Therapeutisches Gebiet | Krankheiten des Nervensystems Migräne (MÄ) |
| Grund des Verfahrens | Erstbewertung |
| Besonderheit | ZVT-Änderung |
| Anwendungsgebiet des Beschlusses |
|---|
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Aquipta wird angewendet zur Prophylaxe von Migräne bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat. |
| Patientengruppe | Indikation | ZVT |
|---|---|---|
| a) | Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat mit Indikation für eine Migräneprophylaxe, die für konventionelle Migräneprophylaktika infrage kommen | Amitriptylin oder Clostridium botulinum Toxin Typ A (kommt nur bei chronischer Migräne infrage) oder Erenumab oder Flunarizin (kommt nur infrage, wenn die Behandlung mit Beta-Rezeptorblockern kontraindiziert ist oder keine ausreichende Wirkung gezeigt hat) oder Metoprolol oder Propranolol |
| b) | Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat mit Indikation für eine Migräneprophylaxe, die auf keine der medikamentösen Therapien/Wirkstoffklassen (Amitriptylin, Clostridium botulinum Toxin Typ A, Flunarizin, Metoprolol, Propranolol) ansprechen, für diese nicht geeignet sind oder diese nicht vertragen | Eptinezumab oder Erenumab oder Fremanezumab oder Galcanezumab |
Studien und Ergebnisse
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Anzahl Studien
(beste Patientengruppe) |
3 (ADVANCE, ELEVATE, PROGRESS) |
|---|---|
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Studiendesign
(beste Patientengruppe) |
H2H vs. Nicht-ZVT + indirekter Vergleich (Bucher) |
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Metaanalyse
(beste Patientengruppe) |
nein |
| Grund für Patientengruppenbildung (G-BA) | Patienten-Eignung |
| ZVT-Änderung | 02.07.2025 – Änderung des Behandlungsstandards |
- Klinische Studien
- Die Studien ADVANCE, ELEVATE und PROGRESS sind doppelblinde, randomisierte, kontrollierte Studien zum Vergleich von Atogepant gegenüber Placebo.
- Die Studien LIBERTY und FOCUS sind doppelblinde, randomisierte, kontrollierte Studien zum Vergleich von Erenumab bzw. Fremanezumab gegenüber Placebo.
a) Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat mit Indikation für eine Migräneprophylaxe, die für konventionelle Migräneprophylaktika infrage kommen
- Für Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat mit Indikation für eine Migräneprophylaxe, die für konventionelle Migräneprophylaktika infrage kommen, ist der Zusatznutzen nicht belegt.
- Der pharmazeutische Unternehmer legt für Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat mit Indikation für eine Migräneprophylaxe, die für konventionelle Migräneprophylaktika infrage kommen, keine Daten zur Bewertung des Zusatznutzens von Atogepant gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.
b) Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat mit Indikation für eine Migräneprophylaxe, die auf keine der medikamentösen Therapien/Wirkstoffklassen (Amitriptylin, Clostridium botulinum Toxin Typ A, Flunarizin, Metoprolol, Propranolol) ansprechen, für diese nicht geeignet sind oder diese nicht vertragen
- Für Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat mit Indikation für eine Migräneprophylaxe, die auf keine der medikamentösen Therapien/Wirkstoffklassen (Amitriptylin, Clostridium botulinum Toxin Typ A, Flunarizin, Metoprolol, Propranolol) ansprechen, für diese nicht geeignet sind oder diese nicht vertragen, ist der Zusatznutzen nicht belegt.
- Mortalität
- In den Studien ELEVATE, ADVANCE und PROGRESS auf Interventions- sowie LIBERTY und FOCUS auf Vergleichsseite traten jeweils in den für die Nutzenbewertung relevanten Teilpopulationen keine Todesfälle auf.
- Morbidität - Symptomatik (Migränetage pro Monat)
- Die Angaben wurden von den Patientinnen und Patienten in allen 5 Studien täglich in ihrem elektronischen Patiententagebuch erfasst.
- Insgesamt zeigen sich im adjustierten indirekten Vergleich von Atogepant gegenüber Erenumab oder Fremanezumab keine statistisch signifikanten und relevanten Unterschiede für die Reduktion der Migränetage/Monat um ≥ 50 % in Monat 3 gegenüber Baseline.
- Morbidität - Gesundheitszustand (visuelle Analogskala des EQ-5D)
- Der Gesundheitszustand wurde in den Studien patientenberichtet mittels der visuellen Analogskala (VAS) des EQ-5D erfasst, auf welcher die Patientinnen und Patienten die Frage zum eigenen Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Messung beantworten.
- Für den Endpunkt Gesundheitszustand, erhoben mittels EQ-5D VAS, zeigt sich im adjustierten indirekten Vergleich von Atogepant gegenüber Erenumab oder Fremanezumab kein statistisch signifikanter Unterschied.
- Lebensqualität - Migraine-Specific Quality of Life Questionnaire (MSQoL)
- Es liegen Auswertungen zum MSQoL vor, welcher den Einfluss der Migräne auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität innerhalb der vergangenen 4 Wochen misst und sich aus drei Domänen zusammensetzt: Einschränkung der Rollenfunktion, Verhinderung der Rollenfunktion und Emotionale Verfassung.
- In den Domänen Einschränkung bzw. Verhinderung der Rollenfunktion zeigen sich im adjustierten indirekten Vergleich jeweils statistisch signifikante Unterschiede zugunsten von Atogepant. Allerdings liegt das jeweilige 95 %-Konfidenzintervall der standardisierten Mittelwertdifferenzen (SMD) nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs von -0,2 bis 0,2. Damit lässt sich nicht mit hinreichender Sicherheit ableiten, dass die Effekte klinisch relevant sind.
- Für die Domäne Emotionale Funktion zeigt sich im adjustierten indirekten Vergleich kein statistisch signifikanter Unterschied.
- Lebensqualität - Allgemeine Beeinträchtigung durch Kopfschmerz (HIT-6)
- Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität liegen überdies Auswertungen auf Basis des HIT-6 vor. Hierbei handelt es sich um ein validiertes Instrument zur Erfassung der mit Kopfschmerz verbundenen Beeinträchtigung innerhalb des vergangenen Monats.
- Für den Endpunkt allgemeine Beeinträchtigung durch Kopfschmerz (HIT-6) zeigt sich im adjustierten indirekten Vergleich von Atogepant gegenüber Erenumab oder Fremanezumab ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Atogepant. Allerdings liegt das 95 %-Konfidenzintervall der standardisierten Mittelwertdifferenz (SMD) nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs von -0,2 bis 0,2. Damit lässt sich nicht mit hinreichender Sicherheit ableiten, dass der Effekt klinisch relevant ist.
- Nebenwirkungen - Schwere unerwünschte Ereignisse (SUE) und Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse (UE)
- Für die Endpunkte SUE und Abbruch wegen UE zeigt sich im adjustierten indirekten Vergleich von Atogepant gegenüber Erenumab oder Fremanezumab kein statistisch signifikanter Unterschied.
- Gesamtbewertung
- Zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat mit Indikation für eine Migräneprophylaxe, die auf keine der medikamentösen Therapien/Wirkstoffklassen (Amitriptylin, Clostridium botulinum Toxin Typ A, Flunarizin, Metoprolol, Propranolol) ansprechen, für diese nicht geeignet sind oder diese nicht vertragen, liegen für die Nutzenbewertung von Atogepant die Ergebnisse des adjustierten indirekten Vergleiches von Atogepant gegenüber Erenumab oder Fremanezumab über den Brückenkomparator Placebo auf Basis der Studien ADVANCE, ELEVATE und PROGRESS (jeweils Vergleich von Atogepant vs. Placebo) sowie LIBERTY und FOCUS (Vergleich von Erenumab bzw. Fremanezumab vs. Placebo) vor.
- Hinsichtlich der Mortalität traten im Rahmen aller 5 für den indirekten Vergleich herangezogenen Studien keine Todesfälle ein.
- In der Endpunktkategorie Morbidität zeigen sich für die Endpunkte Reduktion der Migränetage/Monat um ≥ 50 % in Monat 3 gegenüber Baseline sowie Gesundheitszustand mittels visueller Analogskala des EQ-5D keine statistisch signifikanten Unterschiede im adjustierten indirekten Vergleich von Atogepant gegenüber Erenumab oder Fremanezumab.
- Bezüglich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigt sich sowohl für die Einschränkung bzw. Verhinderung der Rollenfunktion, jeweils erhoben mittels MSQoL, als auch für den Endpunkt allgemeine Beeinträchtigung durch Kopfschmerz, erhoben mittels HIT-6, jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Atogepant im Vergleich zu Erenumab oder Fremanezumab. Auf Basis der standardisierten Mittelwertdifferenzen (SMD) lässt sich diesbezüglich allerdings nicht mit hinreichender Sicherheit ableiten, dass die Effekte klinisch relevant sind. Für die Domäne Emotionale Funktion des MSQoL hingegen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied.
- In der Kategorie der Nebenwirkungen ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede im adjustierten indirekten Vergleich von Atogepant gegenüber Erenumab oder Fremanezumab.
- In der Gesamtschau lassen sich im adjustierten indirekten Vergleich von Atogepant gegenüber Erenumab oder Fremanezumab für die Endpunktkategorien Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede feststellen.
- Ein Zusatznutzen von Atogepant für Erwachsene mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat mit Indikation für eine Migräneprophylaxe, die auf keine der medikamentösen Therapien/Wirkstoffklassen (Amitriptylin, Clostridium botulinum Toxin Typ A, Flunarizin, Metoprolol, Propranolol) ansprechen, für diese nicht geeignet sind oder diese nicht vertragen, ist somit nicht belegt.
Zugehörige Verfahren
| Atogepant (2) | Aquipta® | AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG | Migräne Akutbehandlung | n.d. | laufendes Verfahren | |
| Atogepant (1) | Aquipta® | AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG | Migräne-Prophylaxe | 1.386.900–1.726.200 | 100% Zusatznutzen nicht belegt |
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